Elena Skorochod im Vogue Business Porträt: Einblick in die Welt des Private Butler Service
(Zürich) 13.4.2026 – Arclif Group
Vogue Business PORTRÄT – Secret Service
Private Butler Elena Skorochod agiert vorzugsweise hinter den Kulissen: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
Sie hält, wenn gewünscht, im Operationssaal Händchen, organisiert im Handumdrehen einen Babysitter in Tokio oder sucht eine neue Villa in St. Moritz, wenn ihren Kunden die alte zu langweilig wird. Doch natürlich erledigt die gebürtige Russin Elena Skorochod auch alle Aufgaben, die man von einem Butler der alten Schule erwartet – etwa mit weißen Handschuhen die Morgenzeitung zu bügeln.
VOGUE: Lesen Oligarchen überhaupt noch Zeitung? Das scheint fast schon weltentrückt.
ELENA SKOROCHOD: Alle meine Herrschaften bestehen morgens auf Kaffee, Orangensaft, Zeitung.
VOGUE: Was für einen Sinn macht es, eine Zeitung zu bügeln?
Sie riecht besser, fühlt sich glatter an und hinterlässt keine schwarzen Spuren an den Fingern.
VOGUE: Und wozu die Handschuhe?
Damit prüft man hinterher, ob die Druckerschwärze auch wirklich restlos entfernt ist.
VOGUE: Was zeichnet einen perfekten Butler aus?
Dass er schneller denkt als der Gast, sich das aber nicht anmerken lässt. Dass er den Auftraggeber stets mit größtem Respekt behandelt, egal wie lange er ihn schon kennt. Und dass er immer ruhig und freundlich bleibt, selbst wenn im Innern Stürme toben.
VOGUE: Und das gelingt Ihnen immer?
Natürlich, sonst wäre ich in der Butlerbranche falsch. Ich musste mir das allerdings antrainieren, weil ich von Natur aus ein eher temperamentvoller Typ bin.
VOGUE: Wie kamen Sie zu diesem Beruf?
Er kam zu mir. Ich war in einem Berliner Hotel Commis – das ist die niedrigste Rangstufe im Service. Als Gäste eincheckten, die einen weiblichen Butler mit russischen Sprachkenntnissen suchten, sprang ich ein. Von da an ging’s bergauf: Hotelfachschule, Butlerschule bei Kempinski, Arbeit im „Adlon“ gemeinsam mit dem berühmten Ricardo. Er wurde mein Vorbild.
VOGUE: Gibt es Dinge, die ein weiblicher Butler anders angeht als ein männlicher?
Rein technisch wird das Gleiche von uns verlangt, nur muss man als Frau anfangs bessere Leistungen bringen.
VOGUE: Heute haben Sie selbst drei Angestellte.
Ich stehe meinen Kunden 24 Stunden am Tag zur Verfügung, begleite sie rund um die Welt, organisiere jedes Detail ihrer Reisen, wickle Geschäfte für sie ab und erledige auch sonst jeden Auftrag. Um das perfekt zu schaffen, braucht man natürlich ein Team hinter den Kulissen.
VOGUE: Und wann schlafen Sie?
Wenn meine Kunden schlafen – aber immer eine Stunde weniger als sie.
VOGUE: Was war das Verrückteste, das je von Ihnen verlangt wurde?
Ein Stammkunde bat mich, seiner Frau eine bestimmte Schokolade aus Lyon zu besorgen. Ich flog im Privatjet dorthin. Die Box kostete 20 Euro, der Flug 60.000 Euro.
VOGUE: Gab es noch kostspieligere Aufträge?
Für einen Kunden, der ein Bild suchte, habe ich einen Klimt gekauft. Es war aber nicht „Der Kuss“. Eine 8-Millionen-Dollar-Investition.
VOGUE: Shoppen Sie öfter in dieser Größenordnung?
Manchmal helfe ich beim Kauf oder Verkauf von Villen – diskret.
VOGUE: Ihre Kindheit verbrachten Sie in der russischen Provinz. Was wollten Sie werden?
Ich wollte Botschafterin werden. Mein großes Idol war Margaret Thatcher.
VOGUE: Ist das auch Ihre Dienstkleidung?
Nein, normalerweise Smoking und weiße Handschuhe.
VOGUE: Wurden Ihnen unmoralische Angebote gemacht?
Ja. Ich habe gelernt, direkt darauf zu reagieren.
VOGUE: Was ist noch schwieriger als eine perfekte Abfuhr?
Die richtige Distanz zu wahren.
VOGUE: Wie gelingt das?
Ich stelle keine privaten Fragen und beantworte auch keine.
VOGUE: Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit einem großen Steak.
VOGUE: Ihr verrücktestes Erlebnis?
Einmal hatte ich während eines Jobs selbst einen Butler.

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